Freie Wähler sagen NEIN zum Bürgerentscheid

Mehr als 40 Bürgerinnen und Bürger, darunter auch der Sprecher der Initiative Ettlesberg, folgten am Donnerstagabend, 20. September, im Strudelbachhof den ausführlichen Darlegungen der Freien Wähler zur Entwicklung unserer Gemeinde in den vergangenen 30 Jahren sowie der derzeitigen innerörtlichen Verkehrsproblematik.

Bebauungsplan "Aidenberg"

Bebauungsplan „Aidenberg“

Städtebaulicher Entwurf "Aidenberg"

Städtebaulicher Entwurf „Aidenberg“

Die Bebauung sei sehr behutsam und entsprechend der Nachfrage nach Bauplätzen vorgenommen worden, hieß es in der Einleitung zur ersten Thematik. Die Gemeinde selbst verfügt in Flacht nur in der kleinen Baugebietsabrundung Hohweg über wenige Plätze. Alle noch verfügbaren Bauplätze befinden sich ausschließlich in Privatbesitz. Die beabsichtigte Baulandausweisung von bis zu 35 Einfamilienhäusern auf dem Aidenberg ist deshalb folgerichtig, da sie dem genehmigten Flächennutzungsplan sowie allen Anforderungen der Umweltverträglichkeit entspricht. Nach Aussage von Verkehrsexperten erfordert dieses Neubaugebiet keine zusätzlichen Straßen. Weshalb die Freien Wähler den Vorwurf einer weiteren Landschaftszerstörung zurückweisen.


Der innerörtliche Verkehr habe in den vergangenen Jahren dramatisch zugenommen, führten die Freien Wähler ins zweite Infothema ein. Infolge positiver Entwicklung der Fa. Porsche wird der Verkehr weiterhin zunehmen. Der Ausbau der Straße nach Mönsheim sowie der sechsspurigen Autobahn könnte eine Entspannung bringen, allerdings durch den neuen Autobahnanschluss Rutesheim mehr Verkehr durch die Ortsmitte von Weissach und Flacht lenken. Deshalb sind nach Auffassung der Freien Wähler der Gemeinderat und die -verwaltung verpflichtet, alle Entlastungsmöglichkeiten zu untersuchen und zu prüfen.

Derartige Planungen kategorisch abzulehnen, nützt nur den Eigeninteressen von Bürgern in Wohngebieten, die nicht vom Durchgangsverkehr betroffen sind. Ein entsprechendes Verkehrsgutachten hat bis jetzt nur ermittelt, welche Entlastung möglich wäre, wenn die Verkehrsströme anders geführt werden könnten. Bisher gibt es keine Planungen und schon gar nicht für ein Viadukt!

Die sich anschließende, teilweise äußerst lebhafte Diskussion machte die Notwendigkeit deutlich, erst alle Möglichkeiten einer Verkehrsentlastung zu prüfen und dann den Bürger entscheiden zu lassen. Mehrere Anwesende forderten ein Weissacher Verkehrskonzept aus einem Guss. Der Sprecher der Bürgerinitiative konnte auf wiederholte Nachfrage keinerlei Alternative zur Lösung der Verkehrsproblematik einbringen.
Das angeregte Bürgergespräch thematisierte auch die Fragestellung des Bürgerentscheids. Dem Gros der Bürger bleibt die Verknüpfung von Bebauung und Verkehr unverständlich, auf die die Bürgerinitiative Ettlesberg jedoch bestand und die erst nach Entscheidung des Regierungspräsidiums vom Gemeinderat akzeptiert wurde.

Abschließend appellierte der Vorstand der Freien Wähler an alle Mitbürgerinnen und Mitbürger, von ihrem Wahlrecht unbedingt Gebrauch zu machen und mit NEIN zu stimmen.